Die Prüfung

Eine Frage die immer wieder auftaucht: Darf oder kann mir der Prüfer "Fallen" stellen? Das ist mit einem eindeutigen Nein zu beantworten, denn Fallen sind Schnee von gestern.

Gedanken zum Thema Fahrprüfung macht sich wohl jeder Fahrschüler, egal wie beruhigend auch der Fahrlehrer einwirken mag. Nicht nur der Fahrlehrer wird oftmals vor der Prüfung befragt, sondern auch Freunde, Bekannte, Verwandte, die Ihre Prüfung bereits erfolgreich abgeschlossen haben. Aber nicht alles ist glaubenswert, denn oftmals kommt es zu einigen Übertreibungen, um das Erlebte etwas spektakulärer wirken zu lassen.

Manchmal ist auch etwas Frust bei den Erzählungen dabei, wenn der Bekannte oder Freund einmal durch die Prüfung gefallen ist. Aus diesem Grund werden Prüfer oftmals zu persönlichen Todfeinden erklärt, dies ist allgemein üblich und hat schon so etwas wie eine kleine Tradition. Letztendlich ist es auch davon abhängig hat derjenige eine Prüfung bestanden oder nicht, ein Prüfer der den Fahrschüler die Prüfung "bestehen lässt" wird oftmals als supernett bezeichnet. Allerdings: Prüfer wissen dies und können damit auch sehr gut umgehen.

Generell gibt es einen Grundsatz und eine Gewissheit: ein Prüfer stellt keine Fallen, denn das darf er in keinem Fall! Wenn Anweisungen an den Fahrschüler gegeben werden, müssen diese korrekt angegeben werden und dürfen kein Fehlverhalten erzwingen. Hierfür gibt es eine Prüfungsordnung, in dieser das im Detail geregelt ist.

 

Beispiel:
"Biegen Sie hier ab" darf nicht in eine gesperrte Straße führen. Dies wird zwar sehr oft befürchtet (hierzu gibt es auch entsprechende Horrorgeschichten), aber es gelten für Prüfer eben auch entsprechende Regeln. Im Zweifelsfall schlägt hier auch dein Fahrlehrer Alarm, falls eine "falsche" Anweisung kommen sollte. Diese Regeln wurden zwar erst vor ca. 20 Jahren formuliert, damit dürfte also das ein oder andere "ältere Semester" eventuell Recht haben.

 

Es gibt allerdings auch Aufgaben, bei denen man schon genauer überlegen und auch schauen muss und nicht einfach blindlings drauf los fahren:

 

Beispiel 1:
"Nächste Möglichkeit links abbiegen" bedeutet, dass man nicht die nächste Straße links abbiegen soll, sondern man muss zum einen darauf achten, wann es die nächste Möglichkeit zum Abbiegen gibt, zum anderen sollte man sich auch entsprechend einordnen.

 

Beispiel 2:
"Bitte Umkehren" soll nicht heißen, dass man sofort den Wagen stoppt und das Lenkrad "herumreißt", sondern dass man sich eine in der Nähe gelegene günstige Stelle zum Umkehren aussucht (Einfahrten, Nebenstraßen, Parkplätze).

 

Beispiel 3:
"Fahren Sie Richtung Bahnhof" bedeutet, dass man entsprechend den Hinweisschildern nachfahren sollte, die demnächst in Sicht kommen.

Übrigens: Fragen während der Prüfung (z.B.: "was bedeutet dieses Schild" oder" wie wird der Bremsweg berechnet") dürfen zwar nicht gestellt werden, aber auch der Prüfer kann helfende Hinweise geben, manchmal drückt er sich dann indirekt aus: "Haben Sie das Ortsausgangsschild nicht gesehen?" dies könnte ein Hinweis sein, dass man womöglich etwas zu langsam auf der folgenden Landstraße fährt. Dies gibt dem Prüfling gleichzeitig die Chance dies zu ändern.

 

Viel Erfolg und ein stets "ruhiges Händchen" am Lenkrad wünscht Frank Beyer

 

Hinweise zur praktischen Prüfung

Bei der praktischen Prüfung geht es darum, gegenüber dem Prüfer zu zeigen, dass man gelernt hat das Fahrzeug geschickt zu bedienen und die gelernten Verkehrsregeln einzuhalten. Dabei sollte man die Dinge, die bei der Bewertung deiner "Fahrkünste" von besonderer Bedeutung sind, deutlich zeigen. Dies sind insbesondere Bahnübergänge, Zebrastreifen etc.

Durch vorausschauendes Fahren & rechtzeitiges Schalten sollte das flüssige Fahren im Vordergrund
stehen und das Fahrzeug möglichst in Bewegung gehalten werden, ohne unnötig zum Stillstand zu kommen.

 

 

Ob man "prüfungsreif" ist, wird dein Fahrlehrer insbesondere an folgenden Kriterien festmachen:

 

  • Kampfgriff - hektisches Schalten
  • Blick zum Schaltknüppel beim Schalten
  • Kein abschließender Blick (Blicke) beim Abbiegen, wenn freie Sicht in die bevorrechtigte Straße
  • Vor dem Blinken keine Spiegelbeobachtung
  • Algorithmus Abbiegen: Innenspiegel-Außenspiegel-Blinken-(etwas später):
    Innenspiegel-Außenspiegel-Sicherungsblick-Einordnen-Bremsen-Bremse
    lösen-Schalten-Innenspiegel-Außenspiegel-Sicherungsblick-Abbiegen
  • Beim Bremsen ist die Hand (schon) am Schaltknüppel